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Um Mitternacht fällt der WM-Startschuss: Neuer Modus, mehr Auszeiten und viele Hoffnungen

Die Weltmeisterschaften beginnen – nach deutscher Zeit – um Mitternacht. Gastgeber Brasilien eröffnet gegen Kuba die Titelkämpfe, ehe dann am Samstag Nachmittag auch für die anderen 22 Mannschaften das Turnier nach und nach los geht.

Innerhalb des DHB-Teams heißt die Marschroute nur „von Spiel zu Spiel“ zu denken und somit liegt der Fokus nicht auf dem Fernziel London 2012, sondern nur auf der Auftaktpartie gegen Europameister Norwegen (20.15 Uhr, Sport1).

„Wir freuen uns riesig, dass es nun endlich losgeht. Wir haben insgesamt mit dem Turnier in Norwegen sowie dem Unentschieden im Freundschaftsspiel gegen Dänemark eine intensive Vorbereitung auf unsere kommenden Aufgaben in Brasilien gehabt, die wir denke ich auch mit guten Ergebnissen abgeschlossen haben. Die Stimmung im Team könnte besser nicht sein und nun wollen wir in Brasilien alles daran setzen, um unser großes Ziel mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London zu erreichen“, sagte die deutsche Torfrau Katja Schülke kurz vor der Abreise. Bis zu neun Spiele in fünfzehn Tagen gilt es für die Teams zu absolvieren. Die Französin Amandine Leynaud meint: „Die Weltmeisterschaften sind ein Marathon, der im Sprint ausgetragen wird.“

Neuer Modus, größerer Kader, längere Pause und mehr Auszeiten

Gleich mehrere Neuerungen wird es bei den kommenden Weltmeisterschaften geben. Als allererstes fällt der neue Spielmodus ins Auge. Nachdem 2007 noch in sechs Vierergruppen mit anschließender Hauptrunde und einer K.O.-Phase beginnend ab dem Viertelfinale und 2009 in vier Sechsergruppen mit anschließender Hauptrunde und einer K.O.-Phase ab dem Halbfinale gespielt wurde, folgt dieses Mal der Vorrunde in den vier Sechergruppen direkt eine K.O.-Phase - die mit dem Achtelfinale beginnt. Gerade mit Blick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele, in denen auch noch die Plätze neun oder zehn von entscheidender Bedeutung werden könnten, ist es etwas verwunderlich, dass zwar die Plätze 17-24, nicht jedoch die Ränge 9-16 ausgespielt werden. Wer im Achtelfinale rausfliegt, für den ist das Turnier beendet. Die acht Viertelfinalisten spielen hingegen ihre Platzierungen komplett aus.

Die Entscheidung über die Rangliste auf den Plätzen erfolgt nach vier verschiedenen Kriterien. Zunächst werden die Punkte aus der Vorrunde gegen die drei anderen Achtelfinalteilnehmer als Kriterium herangezogen. Im Falle eines Gleichstandes würden danach die Tordifferenz, die Anzahl der erzielten Tore und als letztes Entscheidungskriterium würde die WM-Platzierung von 2009 herangezogen. Hierbei gilt jedoch, dass nach einem Schlüssel ein Team aus der Vorrundengruppe mit Weltmeister Russland, vor einer Mannschaft aus der Gruppe mit Vizeweltmeister Frankreich gesetzt wird. Ein schlechtes Kriterium für Deutschland, da Norwegen seinen dritten Rang von 2009 einbringt und die Teams aus dieser Gruppe lediglich gegenüber der Gruppe D mit dem WM-Fünften Dänemark den Vorzug erhalten.

Für die einzelnen Partien gibt es noch drei weitere Neuerungen, die auch schon bei den jüngsten Vorbereitungsturnieren ausgiebig getestet wurden. Die Nationaltrainer dürfen in den Partien aus dem Vollen schöpfen und müssen vor Spielbeginn keine zwei Spielerinnen mehr aus dem 16-köpfigen Aufgebot streichen. Auch bei den Auszeiten haben die Trainer nun unter bestimmten Bedingungen insgesamt drei Auszeiten zur Verfügung. Pro Halbzeit dürfen maximal zwei, in den letzten fünf Minuten einer Partie maximal eine Auszeit beantragt werden. Auch beim Pausentee darf man sich auf dem internationalen Parkett künftig einen größeren Becher gönnen. Die Halbzeitpause wurde von zehn auf fünfzehn Minuten verlängert.

Zahlreiche Medaillenkandidaten, Titelkandidat vor allem Russland

Bei der Suche nach den Titel- und Medaillenkandidaten fallen im Vorfeld viele Namen. „Bis zu elf Kandidaten für die Halbfinalteilnahme werden genannt“, heißt es auf der IHF-Website. „Die erste Frauenweltmeisterschaft auf dem panamerikanischen Kontinent wird möglicherweise so ausgeglichen, wie niemals zuvor.“ Norwegens Coach Thorir Hergeirsson erklärte auf der Website der lokalen Organisatorenr: „Russland ist bei Weltmeisterschaften traditionell stark und Frankreich hat ein wirklich starkes Team. Daneben sehe Länder wie Schweden, Deutschland, Spanien, Korea oder Brasilien mit guten Medaillenchancen.“ Er räumt aber auch ein, dass man selbst auch auf eine Medaille aus ist.

„Ich glaube nicht, dass sie uns heute Abend ihr ganzes Können gezeigt haben“, kommentierte Frankreichs Torhüterin Amandine Leynaud den Testspielsieg über Weltmeister Russland und erklärte: „Favorit sein ist eine Rolle, die uns nicht gefällt. Wir sind besser, wenn wir uns vornehmen die Ersten zu verdrängen.“ Cleopatre Darleux, ihre Gespannpartnerin zwischen den Pfosten erklärt: „2009 in China waren wir das Überraschungsteam der WM. Jetzt müssen wir die Silbermedaille bestätigen. Das Ziel ist eine Medaille, vorzugsweise die schönste.“ Auch die Torhüterin, die aufgrund einer Virusinfektion derzeit mit einer markanten Sportbrille spielen muss, will den Sieg über die Sbornaja nicht überbewerten. „Das war nur Vorbereitung und kein offizielles Spiel, von daher muss das nicht viel heißen. Andererseits sorgt es für Zweifel bei unseren Gegnern, denn Russland, den zuletzt dreifachen Weltmeister, zu schlagen, ist nie trivial.“