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WM 2017

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Begeisternder Auftakt: Deutschland schlägt Norwegen mit 31:28 / Jensen: „Ein Vergnügen!”

Franziska Mietzner stand den internationalen Medienvertretern souverän Rede und Antwort, doch an das entscheidende Wort hatte sie sich am Samstag noch nicht gewöhnt.

Mit 31:28 (13:14) hatten die deutschen Handballerinnen den Olympiasieger und Rekord-Europameister Norwegen geschlagen. In der Pressekonferenz sagte Mietzner: „We are happy about the...” Pause. Das „Victory” wurde erst nach einem kleinen Zögern nachgeschickt.

Das Gefühl, mit einem Sensations-Erfolg in die Weltmeisterschaft gestartet zu sein, musste sich in der Arena Santos erst setzen. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff hatte Bundestrainer Heine Jensen schon erklärt, wie ein Sieg gegen Norwegen funktioniert. „Guckt mal”, rief der Bundestrainer in die jubelnde Runde, „was alles möglich ist, wenn man an sich glaubt.” Auch DHB-Präsident Ulrich Strombach gratulierte der Mannschaft.

Bis zum zweiten Spiel der WM in Brasilien bleiben nur wenige Stunden: Gegen Geheimtipp Montenegro (verlor sein Auftaktspiel gegen Island sensationell mit 21:22) muss das deutsche Team bereits am Sonntag um 14:30 Uhr Ortszeit ran - Sport1 überträgt ab 17:15 Uhr deutscher Zeit live.

„Wenn wir eine gute Leistung bringen, haben wir auch eine gute Mannschaft”, sagte Jensen. „Ich freue mich, dass wir mit zwei Punkten gestartet sind. Gegen Montenegro erwartet uns ein schwieriges Spiel, da sie gegen Island verloren haben. Wir freuen uns über den Sieg, aber jetzt müssen wir die Arme schnell wieder runter bekommen. Dann geht es gegen Montenegro.”

Dass es nach dem ersten Spiel zahlreich Komplimente gab, genoss Jensen, verlor aber nicht den Weg aus den Augen: „Wir sind in einem Prozess. Davon dürfen wir uns nicht ablenken lassen. Wir freuen uns, wenn man uns nun noch ernster nimmt. Das ist gut für den deutschen Frauenhandball, und darauf haben wir seit dem vergangenen Dezember gewartet. Jensen: „Wir glauben an uns. Und dass als Trainer zu erleben, ist ein Vergnügen.”

Gegen Norwegen war Deutschland schnell mit 3:7 in Rückstand geraten, weil in der Anfangsphase die Trefferquote zu schwach war und der Olympiasieger so immer wieder zu relativ leichten Toren kam. Rechtsaußen Sabrina Richter und ihr Team ließen sich jedoch trotz aller kleinen Rückschläge nicht abschütteln.

Die für Sabine Englert eingewechselte Torfrau Clara Woltering gab mit der immer stärker werdenden Abwehr einen stabilen Rückhalt, vorn spielte Linkshänderin Stefanie Melbeck im Verbund mit Kreisläuferin Anja Althaus wie entfesselt. Und auch Franziska Mietzner kam in ihrem 50. Länderspiel (sie wurde später als beste Deutsche ausgezeichnet) immer besser in Schwung. Die Liste lässt sich fortsetzen - und Jensen brachte bis auf Anna Loerper und Anne Müller zum Einsatz. „Das wird unsere Stärke sein - denn nur sieben, acht Spielerinnen zu haben, reicht für so ein Turnier nicht”, erklärte der Bundestrainer.

Norwegens Trainer Thorir Hergeirsson sagte: „Glückwunsch an Deutschland. Das ist nicht nur für die Zukunft, sondern schon für die Gegenwart eine gute Mannschaft. So spielen sie im Halbfinale.”

Jensen bedankte sich für die Komplimente. „Ich bin sehr glücklich, dass wir das erste Spiel gewonnen haben, aber ich habe eine etwas andere Meinung als Thorir”, sagte der Däne. „Die ersten 15 Minuten waren nicht so gut, aber dann hatten wir das Momentum auf unserer Seite. Zum Ende des Spiels hatten wir das Verlangen, unbedingt zu gewinnen. Und Norwegen ist nicht in die gewohnten Situationen gekommen. Wir haben uns dagegen immer wieder gute Situationen erarbeitet. Norwegen wird in diesem Turnier sehr stark zurückkommen. Das ist noch immer ein Team, dass bei dieser WM den ganzen Weg gehen kann. Für uns war das ein sehr guter Tag.”

Franziska Mietzner genoss das gute Gefühl. „Ich bin sehr glücklich”, sagte die 22-Jährige. „Wir haben als Team hart gekämpft. Das macht uns stark - und für die Gegner ist es so schwierig, gegen uns zu spielen.”

Norwegen - Deutschland 28:31 (14:13)

Norwegen: Grimsbø, Lunde Haraldsen; Molid, Oftedal, Alstad (2), Løke (3), Nøstvold (2), Breivang (3), Lunde-Borgersen (3), Johansen (4), Frafjord (3), Sulland (6/3), Riegelhuth Koren (2), Snorroeggen, Kurtovic, Herrem

Deutschland: Englert, Schülke, Woltering; Klein, Mietzner (8/4), Augsburg (1), Müller, Loerper, Krause, Richter (6), Langkeit, Melbeck (6), Althaus (4), Nadgornaja (3/1), Schulze, Wohlbold (3)

Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien). - Zuschauer: 1200. - Siebenmeter: 3/3:4/3 (Nadgornaja scheitert an Lunde Haraldsen). - Zeitstrafen: 0:4 Minuten (Althaus, Augsburg). -