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Natalie Hagel: „Mein Kopf ist in Leverkusen angekommen.“

Ihren Vornamen hat Natalie Hagel schon lange nicht mehr gehört. „Der passt ja auch irgendwie nicht zu mir“, findet sie. Natalie ist einfach „Hagel“, und das ist in dieser Saison in Leverkusen ein Begriff für Leistung, Wille und Motivation. Natalie Hagel gehört seit Wochen zu den Leistungsträgerinnen der Elfen, die ein Jahr nach dem Wechsel von Clara Woltering nach Podgorica endlich wieder auf Stabilität im Tor bauen können.

 

„Hagel“ weiß die Situation zu schätzen. „Ich hatte eine harte Zeit“, sagt sie im Rückblick auf die letzten sechs Monate. Die 27-Jährige kam nach der Insolvenz der Kickers Stuttgart/Sindelfingen an den Rhein und hatte enorme Anpassungs-Schwierigkeiten. „Ich kam in eine gewachsene Mannschaft, hatte lange kein Handball mehr gespielt, ich war nicht austrainiert, physisch und psychisch nicht auf der Höhe“, sagt sie. Dabei waren die Erwartungen hoch, zumal Natalie Hagel immerhin schon drei Länderspiel-Einsätze hinter sich hat.

 

Mittlerweile ist alles gut. „Mein Kopf ist in Leverkusen angekommen“, sagt sie. Sie hat wie alle anderen Elfen eine gute Vorbereitung gehabt und ist Woche für Woche eine feste Größe. Auch sonst ist alles bestens, der Job bei der Stadt Leverkusen, das Privatleben: „Ich kann mich im Moment wirklich nicht beschweren, es läuft super für mich.“

 

Ein wichtiger Faktor im Spiel von Natalie Hagel ist das regelmäßige Torwarttraining mit Andreas Thiel. „Das beste und intensivste, was ich jemals hatte“, sagt sie fast ein bisschen ehrfürchtig. Der „Hexer“ sei eben durch und durch ein Mann der Praxis: „Was immer er einem sagt, man merkt, dass er ganz genau weiß, wovon er spricht.“ Die Einheiten, die Thiel ein- bis zweimal pro Woche mit Hagel und Valentyna Salamakha durchzieht, sind aber keineswegs endlos lang: „Andy mag es kurz, knapp und effektiv. Nach anderthalb Stunden sind wir meistens fertig, und zwar fix und fertig“, sagt Hagel.

 

Die Nationalmannschaft hat sie trotz ihrer beständig guten Leistungen momentan ganz und gar nicht auf dem Schirm. „Ich konzentriere mich darauf, meine Form zu stabilisieren und mit den Elfen erfolgreich zu sein“, sagt sie. Und wenn mal ein bisschen Zeit bleibt, fährt sie nach Bremen, wo die Eltern und der elfjährige Bruder („Kein Handballer, sondern ein Fußballspieler“) sich immer über einen Besuch freuen.

 

Und weil ein Torhüter im Handball nach landläufiger Meinung immer ein bisschen verrückter ist als andere, hat auch Natalie Hagel einen kleinen Tick. „Ich trage im Training und im Spiel immer dieselben Schuhe“, verrät sie. Kürzlich vor dem Heimspiel gegen Bad Wildungen passierte dann das Unvorstellbare: „Am Freitag sind die Schuhe kaputtgegangen.“ Sie hat aber keinesfalls ein paar neue angezogen, nein, so einfach ist das nicht: „Ich bin in den Keller gestiegen und habe ein paar alte Schuhe aus dem letzten Jahr rausgekramt.“ Aber jetzt muss wirklich endgültig ein neues Paar her. Für eine neue Serie.