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Anna und die jungen Wilden – WHV-Meisterschaft für das Junior-Team

Sie ist das Herzstück einer jungen Mannschaft, für die es in dieser Saison keine Grenzen zu geben scheint. Und dennoch ist vor allem Bescheidenheit die große Stärke von Anna Seidel.

„Das Geheimnis unseres Teams ist, dass wir viele individuell starke Spielerinnen sind, die in dieser Saison sportlich und auch persönlich sehr gut zueinander gefunden haben“, sagt sie: „Außerdem haben wir alle immer das Ziel,  als Team das Bestmögliche rauszuholen.“ Die erst 17 Jahre alte Junioren-Nationalspielerin Anna Seidel ist Kapitän dieses Teams,  das in diesem Jahr mit nur einer Niederlage aus 17 Spielen die Westdeutsche Meisterschaft in der Handball-Regionalliga gewonnen hat.

 

Ein Erfolg, den Anna Seidel auch zu einem großen Teil Trainerin Kerstin Reckenthäler zuschreibt. „Sie legt auf Teamgeist und auf das Sportliche gleichermaßen viel Wert, sie ist schon eine ziemlich passende Trainerin für uns.“ Die das Lob uneingeschränkt zurückgibt, und aus einer Mannschaft, „die es mir schwermacht, mich auf die ersten Sieben festzulegen, weil eigentlich mindestens acht, neun Spielerinnen auf einem gleich hohen Level spielen“, Anna Seidel noch einmal hervorhebt: „Sie strahlt eine unglaubliche Souveränität aus, ihr Wort als Kapitän hat großes Gewicht, wenn Anna etwas sagt, wird es gemacht.“ Kerstin Reckenthäler, seit Januar 2011 in Leverkusen Trainerin im Nachwuchsbereich, nennt aber auch andere Leistungsträgerinnen: „Ramona Ruthenbeck beispielsweise, Pia Adams, Linkshänderin Johanna Heltmann oder Annika Ingenpaß am Kreis, das sind Spielerinnen mit einem enormen Potenzial.“ Allesamt aus den Jahrgängen 1995/96 und damit im Schnitt zwei Jahre jünger als die Konkurrenz in dieser Saison.

 

Es fällt nicht nur Kerstin Reckenthäler schwer, nicht in Superlative zu verfallen, wenn es darum geht, die großartigen Leistungen ihrer jungen Mannschaft zu erklären. „Wir haben in dieser Saison die beste Abwehr und den besten Angriff“, sagt die Lehrerin für Sport und Religion. Das Team spielt schnellen und modernen Handball aus einer gut funktionierenden 3-2-1-Deckung heraus. „Die Schnelligkeit ist unser großes Plus“, sagt Kerstin Reckenthäler, die mit demselben Team in der nächsten Saison in der neu gegründeten Jugendbundesliga HJBL antreten kann: „Das ist für uns in der neuen Liga ein unschätzbarer Vorteil“, sagt sie.

 

Auch Anna Seidel wird dann noch dabei sein, als Kapitän, als Führungspersönlichkeit, als Herzstück der Mannschaft. Dabei hat die Einser-Abiturientin jeden Tag ein recht strammes Pensum zu bewältigen. „Es ist nicht immer einfach und oft sehr stressig“, sagte sie, „aber ich bin ehrgeizig im Sport und in der Schule, und hinzu kommt, dass ich mit dem Lernen nicht so große Probleme habe.“ Der Handball, obwohl ein echter Full-Time-Job, ist für sie „immer ein guter Ausgleich zum Stress in der Schule“. Dass sie seit dieser Saison regelmäßig bei den „großen“ Elfen zum Kader gehört, „führt mir ja auch immer wieder vor Augen, wofür ich mir den Stress antue." Anna Seidel ist sehr stolz, dass sie zum A-Kader gehört, und an ihren Zielen lässt die Junioren-Nationalspielerin keinen Zweifel: „Ich werde versuchen, mich in den nächsten Jahren bei den Elfen als Bundesligaspielerin zu etablieren.“

 

Mittlerweile trainiert Anna Seidel jeden Tag mit den Elfen, an manchen Tagen sogar zweimal. Außerdem ist sie zweimal pro Woche im Training des Junior-Teams dabei. Ein wirklich beachtliches Programm, wenn man bedenkt, welche berufliche Laufbahn sie noch in diesem Jahr einschlagen möchte: „Ich werde hoffentlich im Wintersemester ein Studium beginnen, entweder Neurowissenschaften oder Psychologie.“ Das möchte sie „schnell und gut abschließen, um dann gute bis sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Das ist ebenfalls sehr wichtig für mich.“

 

Aber vorher möchte Anna Seidel mit dem Junior-Team auch in der Deutschen Meisterschaft noch sehr weit kommen. Die Gegner in der Endrunde heißen Erlangen und Leipzig, nicht gerade einfache Aufgaben, aber: „Ich glaube, dass wir eine starke Truppe sind, die gegen keinen Gegner in Deutschland chancenlos ist. Und vor allem sind wir hungrig auf Siege.“ Wenn alles stimmt, „ist das Final Four drin, und das ist auch unser Ziel. Und wenn man dann in einer vollen Halle spielt, wer weiß was möglich ist.“ Das glaubt auch Kerstin Reckenthäler: „Chancenlos sind wir ganz sicher nicht.“ Erfolg macht eben selbstbewusst.

 

Und erfreuen auch die Chefin. „Ich freue mich sehr über diesen Erfolg in der Westdeutschen Meisterschaft und hoffe, dass unser Junior-Team auch in der Deutschen Meisterschaft viele Pluspunkte sammeln kann“, sagt Geschäftsführerin Renate Wolf. An Anna und den jungen Wilden soll es nicht liegen.