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Einfach nur „Hagel“ – Natalie Hagel bleibt bei den Elfen

So mancher wird Handball-Torhüter, weil er keine Lust zum Laufen hat. Oder weil es im Verein zu viele Feldspieler gab.

Oder weil sonst keiner ins Tor wollte. Oder weil er kein Talent hat, den Ball selbst ins Tor zu befördern und ihn deshalb lieber festhält. Oder, oder, oder.

Auf Natalie Hagel trifft das alles nicht zu. „Es heißt ja, dass Torhüter meistens verrückte, durchgeknallte Typen sind. Also konnte ich nur ins Tor“, sagt sie und lacht dazu herzhaft. Natalie Hagel ist derzeit die Nummer eins der Elfen, und sie wird es mit Sicherheit alles daran setzten, dass das noch die nächsten beiden Jahre so bleibt. Die 27-Jährige hat ihren Vertrag in Leverkusen bis 2015 verlängert. „Es gefällt mir hier“, sagt sie, „alles gefällt mir hier, die Mannschaft, das private Umfeld, der Job, es passt perfekt.“ Sie hat eine Weile kämpfen und an sich arbeiten müssen, bis sie diesen Rundum-Wohlfühl-Zustand am Rhein erreicht hat. Am 1. Januar 2012 kam Hagel, die ihren Vornamen Natalie für sich selbst „irgendwie nicht so passend“ findet, nach der Insolvenz der Kickers Sindelfingen zu den Elfen, und anfangs wollte es so gar nicht laufen. „Ich hatte eine harte Zeit“, sagt sie im Rückblick auf jene Monate: „Ich kam in eine gewachsene Mannschaft, hatte lange kein Handball mehr gespielt, ich war nicht austrainiert, physisch und psychisch nicht auf der Höhe“, sagt sie. Dabei waren die Erwartungen hoch, zumal Natalie Hagel immerhin schon drei Länderspiel-Einsätze hinter sich hat.

Vorbei, vergessen, Natalie Hagel ist aus dem Tor der Elfen nicht mehr wegzudenken. Wer sie einmal beobachtet hat, wie sie sich zwischen den Pfosten aufpumpt, immer wieder die geballte Faust zeigt, wie sie fliegt, hechtet, springt, sich Ball und Gegnerin entgegenwirft, wer an ihrem Mienenspiel abliest, dass sie jedes Gegentor als persönliche Beleidigung auffasst – und wie sie mitfiebert, wenn die eigene Mannschaft das gegnerische Tor belagert, der erkennt sehr schnell, dass Natalie Hagel ihren Sport mit Leib und Seele lebt. „Mein Kopf ist in Leverkusen angekommen“, sagt sie dazu. Zufrieden mit der eigenen Leistung ist sie allerdings nie so ganz: „Ich erkenne immer irgendwo Steigerungspotenzial.“

Zusammen mit ihrer Kollegin Valentyna Salamakha bildet sie ein super Team zwischen den Elfen-Pfosten. Ein weiterer wichtiger Faktor im Spiel von Natalie Hagel ist das regelmäßige Torwarttraining mit Andreas Thiel. „Das beste und intensivste, was ich jemals hatte“, sagt sie fast ein bisschen ehrfürchtig. Der „Hexer“ sei eben durch und durch ein Mann der Praxis: „Was immer er einem sagt, man merkt, dass er ganz genau weiß, wovon er spricht.“ Die Einheiten, die Thiel ein- bis zweimal pro Woche mit Hagel und Valentyna Salamakha durchzieht, sind aber keineswegs endlos lang: „Andy mag es kurz, knapp und effektiv. Nach anderthalb Stunden sind wir meistens fertig, und zwar fix und fertig“, sagt Hagel.

Den Elfen bescheinigt sie in dieser Saison „alles von sensationell super und sensationell katastrophal, ein echtes Überraschungs-Ei eben“. In den Play-offs, davon ist Natalie Hagel überzeugt, können die Elfen sicher noch dem einen oder anderen Gegner eines dieser Eier ins Nest legen: „Weil wir halt so schwer auszurechnen sind.“ Wenn alle spielen, was sie können, und wenn Hagel zwischen den Pfosten ihr ganz persönliches Motivationsprogramm fährt, ist alles möglich. „Schlagen“, sagt sie, „schlagen können wir alle.“ Mit ihr zwischen den Pfosten allemal.