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Großer Kampf wurde nicht belohnt - Elfen im Halbfinale gescheitert

Es gibt ein paar Weisheiten, die im Sport immer wieder gerne bemüht werden. Eine davon lautet: "Der Bessere möge gewinnen".

Dieser Satz hatte am Sonntag in Bad Langensalza keine Bedeutung, die bessere Mannschaft trat als geschlagener Verlierer die Heimreise an. Die Elfen sind im Play-off-Halbfinale wieder am Thüringer HC gescheitert, und wieder entschied ein einziges Tor über Saisonaus und Finale. 23:27 und 30:27 hieß es am Ende nach Hin- und Rückspiel aus der Sicht der Elfen, die sich trotz der grenzenlosen Enttäuschung erhobenen Hauptes verabschieden durften.

Sechs Minuten vor dem Ende hatte Leverkusen beim Stand von 27:23 das Hinspielergebnis egalisiert, Laura Steinbach und Joyce Hilster vergrößerten den Vorsprung auf sechs Treffer. Die Halle tobte, doch dann nahm das Spiel eine nicht unbedingt alltägliche Wende. Nach Allerwelts-Rangeleien wurden innerhalb von 60 Sekunden Laura Steinbach, Kim Naidzinavicius und Dees Comans für zwei Minuten vom Platz gestellt, der Kampf Drei gegen Sechs war ein ungleicher. Dennoch blieben die Elfen mit dem Mut der Verzweiflung auf Augenhöhe, fünf Sekunden vor dem Abpfiff war Leverkusen beim Stand von 30:26 aufgrund der auswärts mehr erzielten Tore im Finale. Eine einzige Sekunde war noch auf der Uhr, als Sonja Frey von Linksaußen den Ball irgendwie an Natalie Hagel vorbei ins Tor - und damit den Thüringer HC ins Finale hievte.

Heike Ahlgrimm hatte mit Stefanie Egger und Desiree Comans gleich zwei Kreisläuferinnen von Beginn an auf dem Parkett, THC-Trainer Herbert Müller antwortete mit einer Sonderbewachung für Laura Steinbach. Viel Verantwortung lastete so auf den Schultern von Kim Naidzinavicius, die gleich die ersten drei Treffer für die Elfen erzielte und im weiteren Spielverlauf eine grandiose Leistung in der Abwehr und auch im Angriff bot. 

Neben Kim Naidzinavicius und Natalie Hagel, die einmal mehr eine Fülle von "Hundertprozentigen" entschärfte und sich selbst und ihre Mannschaft immer wieder in ihrer unnachahmlichen Art pushte, war es vor allem Naiara Extremado, die diesem Spiel ihren Stempel aufdrückte. Die Spanierin wirbelte nicht nur auf ihrer angestammten Position auf Linksaußen, sondern war auch auf Rechtsaußen und wie immer vom Siebenmeterpunkt äußerst effektiv. Der unten zumeist sehr sicheren THC-Torhüterin Maike März knallte sie die Bälle halbhoch und hoch rechts und links in den Kasten, von der Deckung des THC war sie kaum in den Griff zu kriegen. Die Thüringer Abwehr durfte sich einiges leisten, was ungeahndet blieb, allerdings sah Nadja Nadgornaja nach einem rüden Foulspiel gegen Laura Steinbach in der zweiten Halbzeit die Rote Karte.

Die hemmungslose Freude des THC nach dem Schlusspfiff sagte viel aus über dieses Spiel, in dem die bessere Mannschaft das schlechte Ende für sich hatte. Mit versteinerte Miene beobachtete Elfen-Trainerin Heike Ahlgrimm die Jubeltrauben auf dem Parkett, THC-Trainer Herbert Müller zog in einer ausladenden Geste den sprichwörtlichen Hut vor den Gästen. „Es ist schwierig, jetzt hier zu stehen“, sagte Heike Ahlgrimm: „Ich kann nur sagen, dass ich sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft bin. Wir haben heute über unsere Grenzen gespielt."

 „So grausam und gleichzeitig so schön kann nur Sport sein“, sagte Herbert Müller - auch eine von diesen Sportler-Weisheiten. Es gibt noch eine: Dieses Spiel hatte keinen Verlierer verdient. Schon gar nicht einen vom Kaliber der Elfen.


Thüringer HC: Eckerle, März, Tomasevic

Nadgornaja 2, Frey 6/4, Gros, Minevskaja, Snelder 3/1, Popluharova 1, Augustesen, Engel 4/1, Althaus 1, Jakubisova 5, Wohlbold 5


Leverkusen: Hagel, Krückemeier

Zapf 3, Egger 1, Egozkue Extremado 9/6, Latakaite-Willig 1, Adams, Hilster 4, Naidzinavicius 6, Steinbach 3, Seidel, Jörgens, S. Münch, Comans 3, M. Münch


Strafminuten: 2/12

Siebenmeter: 6/10 ; 6/6

Schiedsrichter: Dinges/Kirsch