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Die Mama ist stolz, der Bruder ist schuld: Assina Müller kommt nach Leverkusen

Schuld ist einzig und allein der Bruder. Als Yannick und Assina noch Kinder waren, warf der Kleine der Großen einen Ball an den Kopf. „Da bin ich echt sauer geworden und hab ihm gesagt: Warte, mein Lieber, das kriegst du irgendwann zurück“, erinnert sich Assina Müller und muss bei der Erinnerung an die geschwisterliche Kabbelei lachen.

Immerhin hatte dieser Zwischenfall Folgen, denn Assina beschloss, Handballspielerin zu werden. Das ist sie auch geworden, eine sehr gute sogar, die in der kommenden Saison ihr Können in den Dienst der Elfen stellt. Die Frau mit dem besonderen Vornamen, die im Juli 22 Jahre alt wird, verstärkt den Leverkusener Kader auf der Linksaußen-Position. „Ich freue mich total auf die neue Herausforderung“, sagt sie: „Ich glaube, dass ich mich in Leverkusen sehr wohl fühlen werde, bei meinen Besuchen dort wirkte alles sehr familiär und vertraut. Ich habe mich direkt gut aufgehoben gefühlt.“
Leverkusens Handball-Geschäftsführerin Renate Wolf freut sich schon sehr auf die Verstärkung. „Assina ist eine junge Spielerin mit einem großen Potenzial und verkörpert damit genau unsere Philosophie“, sagt Wolf: „Ich bin sicher, dass Assina eine wichtige Verstärkung für unser Team auf der Linksaußen-Position sein wird.“

Dabei wollte Assina ursprünglich für ihr Leben gerne Fußballerin werden. Pech, denn die Frau Mama hatte etwas dagegen. „Sie hatte immer die Angst, dass ich mir beim Fußball sämtliche Knochen breche“, erzählt Assina, die sich nach dem mütterlichen Veto der Leichtathletik und dem Handball widmete. In der Leichtathletik hatte sie viele Fähigkeiten, sie war eine gute Kugelstoßerin, Weitspringerin und eine hervorragende Sprinterin – Letzteres eine wichtige Eigenschaft für die Linksaußen-Position. Auf der landete sie übrigens, weil ihr damaliger Trainer bei der HSG Weiterstadt-Braunshardt viele gute Rückraumspielerinnen, aber keine Außen hatte. „Die Aussicht, schnell laufen und gleichzeitig viele Tore werfen zu können, hat mir gefallen“, erzählt Assina. Und blieb auf Linksaußen. Vorbilder hat sie übrigens keine: „Die braucht man auch nicht, um gut zu sein“, sagt sie: „Man sollte seine eigene Leistung immer durch sich selbst reflektieren und sich nicht auf das konzentrieren, was andere tun.“

Die erste Bundesliga ist für Assina Müller kein Neuland, sie spielte bereits zwei Jahre für die HSG Blomberg-Lippe, ehe sie wegen der Nähe zur Familie im vergangenen Jahr zu Mainz 05 in die zweite Liga wechselte. Als nun aber der Ruf aus Leverkusen kam, „konnte ich nicht nein sagen. Leverkusen ist eine Top-Adresse im deutschen Frauen-Handball“. Parallel zum Sport wird sie in Opladen eine Ausbildung zur Physiotherapeutin beginnen, das war ihr sehr wichtig. Und obwohl die Tochter künftig wieder ein gehöriges Stück weiter vom heimischen Bodenheim entfernt wohnt, ist die Mama sehr stolz auf Assina: „Sie hat mich immer unterstützt, von Anfang an. Sie ist richtig weite Strecken gefahren, um mich zum Training und zu den Spielen zu bringen.“

Ach ja, bleibt noch die Geschichte mit diesem ungewöhnlichen Vornamen. Den hatten ihre Eltern einst im Spanien-Urlaub aufgeschnappt und für die Geburt der ersten Tochter abgespeichert. „Er ist echt selten“, sagt Assina Müller nicht ohne Stolz. Ursprünglich kommt der Name aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie moralische Integrität und Zuverlässigkeit. Der kleine Bruder von damals, der mittlerweile auch schon 20 ist und im Gegensatz zur Schwester keine Bälle mehr durch die Gegend wirft, hat einen weit geläufigeren Namen: „Er heißt Yannik.“