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Auf Augenhöhe mit den ganz Großen: Die Elfen schlagen den HC Leipzig

Nach einem großartigen, temporeichen, spannenden Handballspiel zweier Gegner auf Augenhöhe ließ Renate Wolf der Spielerin des Abends ein Sonderlob zukommen. „Natalie Hagel ist in der zweiten Halbzeit über sich hinausgewachsen“, sagte die Cheftrainerin nach dem 30:29 (13:16) ihrer Leverkusener Werks-Elfen gegen den DHB-Pokalsieger HC Leipzig: „Das hat der Mannschaft nochmal einen entscheidenden Ruck gegeben.“ In der entscheidenden Phase der Partie hielt die Torhüterin der Elfen fast alles, was auf ihren Kasten kam – gegen eine Mannschaft, die am vergangenen Wochenende souverän die Hauptrunde der Champions League erreicht hatte.

Es war der erste Saisonsieg der Elfen gegen einen der ganz Großen des deutschen Frauenhandballs, und Renate Wolf steigerte ihre Aussage, die sie nach dem Sieg im DHB-Pokal-Viertelfinale gegen die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern am vergangenen Samstag gemacht hatte: „Ich bin heute nicht nur glücklich, ich bin sehr, sehr, sehr glücklich. Das war eine Energieleistung von allen, ein ganz großes Spiel. Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft, auf jede einzelne Spielerin, das habe ich ihnen auch direkt in der Kabine gesagt.“

Dabei hatte es zwischenzeitlich immer mal wieder so ausgesehen, als sollte der HC Leipzig mit seinem bärenstarken Rückraum das tun, was er eigentlich in jedem Spiel tut: Die Initiative ergreifen, den Gegner mit schnellen Toren zermürben, früh davonziehen. Von 10:9 für die Gäste ging es innerhalb von vier Minuten auf 13:9, doch die Elfen rackerten, kämpften, gaben nie auf – und blieben dran. Zwar lag der HCL, angeführt von der stets torgefährlichen Karolina Kudlacz immer mit zwei Toren vorn, doch mehr wollte der Startruppe von Trainer Norman Rentsch einfach nicht gelingen.

Vor der Pause waren es die gnadenlose Elfen-Abwehr und die Tore von Kim Naidzinavicius, die Leverkusen im Rennen hielten. „Entscheidend war, dass wir nie nachgelassen haben, auch nicht bei einem Vier-Tore-Rückstand“, sagte Renate Wolf. Auch Spielerinnen wie Assina Müller oder die junge Jennifer Rode waren in der Abwehr ein ständiger Störfaktor für die Angriffsbemühungen des HC Leipzig, der dennoch mit einem Drei-Tore-Vorsprung in die Kabine ging.

Diese drei Tore hielten die Gäste bis zum 22:19, dann kamen die Elfen Stück für Stück näher. Als Kim Naidzinavicius in der 45. Minute mit ihrem Siebenmeter zum 23:23 den Ausgleich erzielte und Jeje Rode nur eine Minute später ebenfalls mit einem Siebenmeter zum 24:23 ihre Mannschaft in Führung brachte, kannte der Jubel der 800 Zuschauer keine Grenzen mehr. Zu Recht, denn danach kam Leipzig nicht mehr über den Ausgleich hinaus. Und wenn es doch einmal eng zu werden schien, war Natalie Hagel zur Stelle – oder Jeje Rode mit ihren Toren aus jeder Lage, die die Elfen immer wieder dieses winzige, entscheidende Stückchen vorne hielten.

77 Sekunden standen noch auf der Uhr, die Elfen führten mit 30:29 – und Renate Wolf nahm noch einmal eine Auszeit. Mit erhitzten Gesichtern lauschten die Elfen ihrer Trainerin, die sie einschwor für die Schlussphase. Danach passierte nichts mehr, zumindest was das Ergebnis betraf. Es blieb beim 30:29 – für die Elfen, die den Sieg gemeinsam mit ihren Fans auf der Tribüne euphorisch feierten.

Am Sonntag soll es weiter gehen, dann kommt der polnische Vertreter MKS Lubin zum Hinspiel in der dritten Runde des EHF-Pokals in die Smidt-Arena. „Das hat uns dafür natürlich heute reichlich Selbstvertrauen geben“, sagte Renate Wolf: „Wir werden alles daransetzen, unseren Heimspiel-Dreier nach Koblenz und Leipzig perfekt zu machen.“ Diesen Elfen ist alles zuzutrauen.

Bayer Leverkusen – HC Leipzig 30:29 (13:16)

Tore für Leverkusen:  Naidzinavicius 10/5, Rode 6/1, Jochin 4, Seidel 3, Müller 3, Latakaite-Willig 2, Heldmann 1, Karolius 1

Tore für Leipzig: Kudlacz 13/3, Lang 6, Visser 3/1, Müller 2, Hertlein 2, Schulze 2, Mazzucco 1

Schiedsrichter: Brodbeck / Reich