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Die großen Emotionen fehlten - Reckenthälers Rückkehr zum Juniorteam

Anfangs hat Kerstin Reckenthäler die Zeit ohne die handballerischen Verpflichtungen ja noch genossen: "Es war mal ganz schön, abends auf der Couch zu sitzen oder die Wochenenden privat verplanen zu können." Aber dann hat es die 32-Jährige doch wieder gepackt. "Als das Juniorteam das Final Four erreicht hatte, habe ich gedacht, wie schön wäre es, wenn ich jetzt mit den Mädels zur Endrunde fahren könnte", erzählt sie. Im nächsten Jahr kann sie das vielleicht, denn Kerstin Reckenthäler kehrt nach einem Jahr Pause als Trainerin des Leverkusener Juniorteams zurück und tritt damit die Nachfolge des scheidenden Christian Hentschel an. "Ich freue mich auf die Spielerinnen, die ich ja fast alle noch sehr gut kenne", sagt sie: "Ich freue mich auf die großen Emotionen, einfach darauf, wieder mit dieser Mannschaft zusammenzusein."

Der Kontakt zu "ihren Mädels" ist sowieso nie abgerissen, man hat sich getroffen, miteinander telefoniert, sich nie aus den Augen verloren. "Das fand ich sehr schön", sagt die 32-Jährige, deren ursprüngliche Befürchtung "aus den Augen, aus dem Sinn" sich schnell als unbegründet erwies. Auch mit Co-Trainer Rainer Adams hat es einen regelmäßigen Austausch gegeben - da ist es fast schon logisch, dass die frühere Nationalspielerin nun auch offiziell in den Kreis der Mannschaft zurückkehrt, die sie bereits 2013 und 2014 zur Deutschen A-Jugendmeisterschaft und 2014 außerdem in die 3. Liga führte.

Etliche Angebote hatte Kerstin Reckenthäler in den zurückliegenden Monaten, auch aus dem Frauenbereich, doch nichts sagte ihr wirklich zu. "Ich sehe mich als Jugendtrainerin", sagt die Lehrerin für Sport und Religion, "ein Verein ohne funktionierende Jugendarbeit käme für mich niemals in Frage." Kerstin "Keke" Reckenthäler, ist Jugendtrainerin mit Leib und Seele, "die Emotionen, die Motivation, das Verhältnis zu den Spielerinnen, all das ist im Jugendbereich sehr, sehr intensiv". Sie sieht sich als Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen für die zum Teil sehr jungen Mädchen in der Mannschaft: "So ist es in den drei Jahren gewesen, die ich schon hier gearbeitet habe, und so soll es wieder sein. Darauf freue ich mich sehr."

Und so war im Gespräch mit Geschäftsführerin Renate Wolf dann auch sehr schnell alles klar, "wir liegen in den inhaltlichen und fachlichen Fragen auf einer Linie". Die Chefin freut sich sehr über das Comeback: "Kerstin macht einfach da weiter, wo sie im letzten Jahr aufgehört hat. Schön, dass sie wieder bei uns ist."

Einige von Reckenthälers früheren Schützlingen wie Anna Seidel und Johanna Heldmann sind längst feste Bestandteile der Bundesliga-Elfen, auch Ramona Ruthenbeck und Pia Adams haben ihr letztes Jahr im Jugendbereich gespielt. Torhüterin Vanessa Fehr sowie Elisa Burkholder, Kim Braun, Anna-Maria Spielvogel und Mia Zschocke haben teilweise Bundesliga-Einsätze hinter sich und mit einiger Sicherheit auch in der kommenden Saison vor sich. Dafür gilt es, neue Spielerinnen der Jahrgänge 1998/1999 einzubauen, beispielsweise die neue Flügelzange mit Amelie Berger und Jennifer Souza, die Reckenthäler unter anderem aus ihrer Zeit als Verbandstrainerin beim Handballverband Mittelrhein kennt.

Kerstin Reckenthäler war Anfang des Jahrtausends eine der besten deutschen Handballerinnen. Mit den Trierer Miezen gewann die Linkshänderin im Jahr 2003 die Deutsche Meisterschaft, 18-mal trug sie das Trikot mit dem Bundesadler. Wegen einer hartnäckigen Knieverletzung musste sie 2005 mit gerade mal 23 Jahren ihre Laufbahn als Spielerin beenden, damals entschied sie sich, den Weg als Trainerin einzuschlagen und so ganz nah am Handball zu bleiben. Mit dem Leverkusener Juniorteam will sie nun die nur kurz unterbrochene Reise fortsetzen: "Unser Ziel muss natürlich erneut das Final Four sein, ich erwarte dabei die üblichen Verdächtigen wie Leipzig, Blomberg und Buxtehude erneut als Herausforderer Nummer eins."