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Olaf Schimpf: „Wir fahren nicht als Touristen nach Leverkusen.“

Im Vorfeld des Final Four um die Deutsche A-Jugendmeisterschaft am 28./29. Mai in der Leverkusener Smidt-Arena informieren wie Sie auf diesem Weg regelmäßig über den Stand der Dinge und versorgen Sie mit News und Informationen. Unter anderem haben sich die Trainer der vier teilnehmenden Mannschaften unserem Pressedienst zum Interview gestellt. Den Anfang macht heute Olaf Schimpf, Coach des VfL Bad Schwartau.

Olaf Schimpf: „Wir fahren nicht als Touristen nach Leverkusen.“

Mitte April hat sich der VfL Bad Schwartau als viertes und letztes Team für das Final Four um die weibliche A-Jugend-Meisterschaft qualifiziert. Das Team von Olaf Schimpf setzte sich im Viertelfinale gegen den TSV Birkenau durch. In unserem Interview spricht der VfL-Coach unter anderem über die Kooperation des VfL mit dem TSV Travemünde, das Halbfinale gegen den Buxtehuder SV und die Ziele des VfL beim Final Four.

Als letzter Klub habt ihr euch in zwei engen Spielen gegen den TSV Birkenau durchgesetzt und damit auch den Einzug ins Final Four perfekt gemacht. Welche Gründe haben letztlich den Ausschlag zu euren Gunsten gegeben?

Die Mädels haben die Zeit zwischen den beiden Viertelfinal-Partien gut genutzt, um sich auf die Aufgabe vorzubereiten, und waren in Birkenau auf den Punkt bereit. Wir wussten nach der furiosen Schlussviertelstunde des TSV Birkenau im Hinspiel bei uns in Bad Schwartau, als der zwischenzeitliche Neun-Tore-Vorsprung fast völlig aufgebraucht wurde, was uns in Birkenau mit der Kulisse von über 700 fanatischen Zuschauern erwartet. Die Spielerinnen haben das toll umgesetzt, was wir erarbeitet hatten. 

Wie hoch ist dieser Erfolg, unter den vier besten weiblichen A-Jugend-Mannschaften zu stehen, für einen Klub wie den VfL Bad Schwartau zu bewerten?

Wie groß die Freude und Euphorie im Verein ist, hat man direkt nach dem Erreichen des Final4 gesehen, der Fanbus war innerhalb von drei Tagen ausgebucht. Eigentlich dürften wir ja auch gar nicht dabei sein. Die anderen Vereine, die im Viertelfinale waren, verfügen fast alle über eine ganz andere Infrastruktur als der VfL und ziehen die Spielerinnen zum Teil aus ganz Deutschland zusammen. Wir arbeiten mit ehrenamtlichen Trainern mit den Mädels aus dem eigenen Verein und aus der Region. Da haben viele Trainer und Funktionäre aus den kleinen Vereinen in der Nachbarschaft auch ihren Anteil dazu beigetragen, dass wir einmal ein Final4 spielen dürfen. Die Arbeit in den jüngeren Jahrgängen wird gerne mal übersehen.

Da das Frauenteam des VfL Bad Schwartau nur in der Schleswig Holstein-Liga spielt, gibt es seit Mitte 2012 eine Kooperation mit dem Drittligisten TSV Travemünde. Wie ist es dazu gekommen und welchen Zweck soll diese Kooperation erfüllen?

Es ging anfangs darum, den paar talentierten Spielerinnen in der Jugend die Möglichkeit zu geben, auch mal höherklassig bei den Raubmöwen mitzutrainieren. Vor dieser Saison war dann mal wieder nach dem Abstieg aus der 2. Liga Ausverkauf in Travemünde, und so wurde im Prinzip das A-Jugend Team zum Drittligateam. Den Mädels hat das eine Menge Wettkampfhärte gebracht, aber mir im Abstiegskampf auch ein paar graue Haare mehr.

Der VfL Bad Schwartau steht am 28. und 29. Mai im Final Four der weiblichen A-Jugend. Was habt ihr euch für die Endrunde vorgenommen?

Wir werden uns intensiv auf die Aufgabe vorbereiten und freuen uns, bei einem solchen Ereignis dabei sein zu dürfen. Wir werden versuchen, an den zwei Tagen die Großen weiterhin ein bisschen zu ärgern.

Was zeichnet dein Team in dieser Spielzeit besonders aus?

Auch wenn es eine abgedroschene Phrase ist: Mannschaftliche Geschlossenheit. Wir haben einige Rückschläge und viel Verletzungspech gehabt wie z.B. schon in der Vorbereitung die langen Ausfälle von Nine Bollmann oder Lotti Jochims. Aber bei uns gilt, solange wir noch eine Spielerin auf der Bank haben, wird sich schon jemand finden, der den Job macht.

Im Halbfinale trefft ihr auf den Buxtehuder SV. Wie schätzt du eure Chancen ein?

Buxtehude ist sicher neben den Gastgeberinnen aus Leverkusen der große Favorit auf die deutsche Meisterschaft. Vor zwei Jahren in der B-Jugend haben sie mit diesem Team alles aus der Halle geschossen und sind unter der Regie von Emily Bölk und Paula Prior überragend Deutscher Meister geworden. Auch in dieser Saison in der JBLH hat es noch keiner geschafft, ihnen auch nur einen kleinen Kratzer in den Lack zu machen. Aber wir fahren nicht als Touristen nach Leverkusen.

Welche der vier Mannschaften ist aus deiner Sicht Favorit auf den diesjährigen Meistertitel?

Ich denke, dass die anderen drei Teams sehr dicht zusammen sind. Alle haben sehr professionelle Strukturen, bilden die Spielerinnen bewusst für ihre Frauenteams aus und ziehen sie zusammen und arbeiten in Kooperationen mit Schulen oder betreutem Wohnen. Das bringt eine tolle Qualität mit sich. Für mich ist Buxtehude der große Favorit und Leverkusen auf Grund des Heimvorteils dicht dahinter. Aber es ist ein Event, und es werden nur einmal 60 Minuten gespielt, da kann viel passieren, und die Tagesform wird vieles entscheiden.

Der Mädchen- und auch der Frauenhandball stehen im Schatten des Jungen- und Männerhandballs. 2017 findet in Deutschland die Frauen-Weltmeisterschaft statt. Was würdest du dir aufgrund der Heim-WM für den Mädchen- und Frauenhandball wünschen?

Ich versuche, den Bereich, den ich hier in Bad Schwartau im Verein verantworte und bei uns in Schleswig Holstein im Verband, so gut wie möglich zum Wohle des weiblichen Bereichs voranzutreiben. Ich habe dem Frauenhandball mit meiner Zeit in der ersten Liga in Norwegen und Dänemark oder als Bondscoach der Niederlande viel zu verdanken und habe wie beim Aufstieg mit Frisch Auf Göppingen in die 1. Liga viele schöne Momente erlebt. Ich versuche daher, hier vor Ort etwas zurückzugeben, soweit es in meiner Freizeit neben dem Beruf geht und es in meiner Macht steht. In dem Zusammenhang habe ich mir Wünsche für den Mädchen- und Frauenhandball im DHB lange abgewöhnt.