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Jennifer Souza und Jennifer Kämpf im Interview: „Unser Fokus liegt voll und ganz auf dem Meister-Titel“

Seit Ende April ist die Saison in der 3. Liga West für das Juniorteam auf einem sehr guten 3. Platz beendet. Jetzt schaut jedermann auf das bevorstehende Final 4 um die Deutsche A-Jugend Meisterschaft, das in diesem Jahr an Pfingsten vom Buxtehuder SV ausgetragen wird. Im Doppelinterview mit dem Leverkusener Pressedienst sprechen die beiden Nachwuchstalente Jennifer Souza und Jennifer Kämpf über den anstehenden Saisonhöhepunkt, das Bundesligadebüt und ihr Leben im Sportinternat Leverkusen

Gegen den Buxtehuder SV durftest du dein Bundesligadebüt unter dem Bayer-Kreuz feiern. Welche Gedanken sind dir durch den Kopf geschossen, als Trainerin Renate Wolf dir das Zeichen für deine Einwechselung gegeben hat, Jennifer Souza?

Jennifer S.: Ich war sehr, sehr nervös und aufgeregt. Die letzten fünf Minuten des Spiels waren angebrochen und ich dachte mir: „Hoffentlich Fall ich nicht hin“ (lacht). Mir war sofort bewusst, dass ich direkt Gas geben muss. Da Buxtehude auch ein starker Gegner war, war ich, glaube ich, noch ein bisschen nervöser. Aber im entscheidenden Moment durfte ich keine Ängstlichkeit zeigen. Renate sprach mir noch kurz vor meiner Einwechselung Mut zu, damit ich keine Angst haben muss und locker bleiben kann. Dann habe ich mich auch versucht, ein wenig locker zu machen und mir auch selbst Mut zuzusprechen.

Du spielst gerade deine zweite Saison im Bayer-Trikot. Wie bewertest du deine bisherige Entwicklung seit deinem Wechsel 2015/16?

Jennifer S.: Mein erstes Jahr war ehrlicherweise sehr holprig. Man kann sagen, dass es kein starkes Jahr war, da ich selten gut und nicht konstant genug gespielt habe. In diesem Jahr, vor allem in den letzten Monaten, habe ich eine große Steigerung gezeigt, insbesondere in der Abwehr. Ich trete selbstbewusster auf und habe gelernt, mit Fehlern umzugehen.

Kämpfi, im Sommer zog es auch dich aus der Bundeshauptstadt Berlin ins Rheinland, wo du im Sportinternat Leverkusen deine zweite Heimat gefunden hast. Wie sollte man sich das Leverkusener Internatsleben als Außenstehender vorstellen?

Jennifer K.: Ich wohne nicht direkt in einem Internat, sondern mit meiner Mitspielerin Annika Lott zusammen in einer WG. Da wir beide noch nicht volljährig sind und unsere Eltern weit weg wohnen, übernehmen die Internatsverantwortlichen die Aufsichtspflicht. Wir haben die Möglichkeit, jeden Schultag dort Mittag zu essen und nachmittags stehen uns Lehrer zur Verfügung, die uns bei Schularbeiten und Klausurvorbereitungen helfen. Einmal in der Woche kommt eine der Internatsverantwortlichen in unsere Wohnung und schaut nach dem Rechten. Da wir auch noch nicht allein Autofahren dürfen, können wir einen Fahrer aus dem Internat in Anspruch nehmen, der uns zum Beispiel zum Arzt oder zum Einkaufen fährt.

Du stehst im Juni das erste Mal in einem Final 4 um die Deutsche Meisterschaft in der Jugend. Was nimmst du dir für die Halbfinalpartie gegen die HSG Blomberg-Lippe vor?

Jennifer K.: Ja, für mich ist das eine Premiere, über die ich mich sehr freue, und ich bin stolz auf die bisherige Leistung unserer Mannschaft. In erster Linie nehmen wir uns natürlich vor, zu gewinnen und ins Finale einzuziehen. Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv mit dem Viertelfinale beschäftigt und werden jetzt den Fokus auf das Halbfinale und unseren neuen Gegner legen. Jeder sollte in der Vorbereitung sein Bestes geben, bis zum Final 4 verletzungsfrei und gesund bleiben, um dann im Spiel alles abrufen zu können – und das wird auch mein Ziel sein.

Jennifer Souza, im Gegensatz zu Kämpfi konntest du im letzten Jahr beim Final 4 in Leverkusen bereits erste Erfahrungen im Kampf um die Krone sammeln. Unter dem Strich stand die Deutsche Vize-Meisterschaft 2016. Wie siehst du die diesjährigen Chancen der Juniorelfen rund um den Titelgewinn in der A-Jugend?

Jennifer S.: Wenn ich nur unsere sportliche Leistung beurteile, dann finde ich, haben wir eine sehr, sehr gute Chance, den Titel zu gewinnen. Wir haben uns als Mannschaft besonders stark weiterentwickelt und haben an unseren anfänglichen Fehlern gearbeitet und unsere Stärken verbessert. Wenn wir an uns glauben, dann wird das diesjährige Final 4 für uns richtig gut.  Ich kann die anderen Mannschaften noch nicht ganz einschätzen, wir werden uns allerdings in den nächsten Wochen intensiver mit unserem Halbfinalgegner Blomberg auseinandersetzen.

Im Jahr 2017 wart ihr bis zum Topspiel bei der TSG Eddersheim ungeschlagen. Welche Rolle spielt Trainerin Kerstin Reckenthäler bezüglich der Entwicklung, die das Juniorteam vor allem in der Rückrunde genommen hat?

Jennifer K.: Sie hat es zusammen mit uns geschafft, aus einer zusammengewürfelten Truppe, die wir zu Beginn der Saison waren, ein gut aufgestelltes Team zu formen. Sie kennt unsere Stärken und Schwächen und schafft es sichtlich, uns auf die jeweiligen Gegner bestmöglich vorzubereiten. Außerdem legt sie besonderen Wert darauf, dass wir unser eigenes Spiel durchsetzen und uns nicht zu sehr vom Gegner beeinflussen lassen. Dabei versucht sie, die Spielanteile möglichst gleich zu verteilen, wodurch jeder lernt, mit jedem zu spielen, was in der Vorbereitung auf das Final 4 essenziell ist.

Kämpfi, kommen wir einmal auf dich als Spielertyp zu sprechen. Zuletzt haben wir dich auf dem Feld immerzu als Allrounderin erlebt: Du kamst nicht nur am Kreis, sondern auch im Rückraum sowie der Linksaußen-Position zum Einsatz: Ist deine Variabilität Segen und Fluch zugleich?

Irgendwie schon. Auf der einen Seite fühle ich mich geehrt, dass ich die Möglichkeit habe, auf mehreren Positionen zu spielen. Ich mag die Abwechslung und die sich daraus immer wieder neu ergebenen Herausforderungen. Außerdem freue ich mich, dass meine Trainerin mir so ein Vertrauen schenkt. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass ich nicht auf eine Position spezialisiert bin, sondern alle ein bisschen beherrsche und dadurch nirgendwo erste Wahl bin und immer nur einspringe, wenn Not am Mann ist. Ich habe meiner Trainerin diese Bedenken jedoch mitgeteilt und sie will mich dahingehend unterstützen.

Auch du bist nochmal persönlich gefragt, Jennifer Souza. In einem Jahr steht dein Abitur bevor. Welche sportlichen und beruflichen Zukunftspläne hast du bisher?

Beruflich gesehen ist noch alles offen. Auf die Q2 möchte ich mich zunächst einmal konzentrieren, damit das Abitur so gut wie möglich wird und dann werde ich schauen, welche Möglichkeiten mir offenstehen und was mein Interesse erweckt. Vielleicht absolviere ich einige Praktika, um zu testen, was mir gefallen könnte. Sportlich möchte ich weiterhin am Ball bleiben und mich weiterentwickeln und viel Erfahrungen sammeln, um den Sprung in die Bundesliga zu schaffen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für das bevorstehende Final 4!

Text: Amelie Knippert