Elfen erwischen in Rödertal einen gebrauchten Saisonauftakt
TSV Bayer 04 Leverkusen unterliegt dem HC Rödertal deutlich mit 22:40 – Trainerin Franzi Garcia fordert mehr taktische Disziplin und richtet den Blick nach vorne
Der Saisonauftakt in der 2. Alsco Handball-Bundesliga ist für die Handball-Elfen des TSV Bayer 04 Leverkusen deutlich anders verlaufen als erhofft. Beim HC Rödertal unterlag die Mannschaft von Trainerin Franzi Garcia am Samstagabend mit 40:22 (21:10) und musste dabei von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen.
Bereits in den ersten Minuten zeigte sich, dass die Elfen an diesem Abend nur schwer Zugriff auf das Spiel finden würden. Rödertal agierte mit viel körperlicher Präsenz und kam insbesondere über den starken Rückraum immer wieder zu guten Abschlussmöglichkeiten. Nach dem 1:0 durch Rozemarijn Alderden dauerte es bis zur 5. Minute, ehe Sophia Cormann den ersten Leverkusener Treffer erzielte. Zu diesem Zeitpunkt führte der Gastgeber knapp mit 2:1.
Auch in der Folge fand die Elfen-Defensive nicht die notwendige Stabilität. Rödertal nutzte die entstehenden Räume konsequent und setzte sich über 7:3 (10.Minute) und 12:6 (16.Minute) bis auf 15:8 (21. Minute) ab. Zwar konnten Kapitänin Sophia Cormann und Juliane Specht immer wieder Akzente im Angriff setzen, doch insgesamt fehlte den Elfen die Konsequenz in der Defensive und die nötige Effizienz im Angriffsspiel.
Hinzu kamen vergebene Chancen. Bereits früh scheiterte Leverkusen vom Siebenmeterpunkt, insgesamt sollten vier Strafwürfe ungenutzt bleiben. Rödertals Torhüterin Anja Rossignoli erwischte zudem einen starken Abend und stellte die Elfen-Offensive immer wieder vor Probleme. Mit einem 10:21-Rückstand ging es schließlich in die Halbzeitpause.
„Wir haben mit 18 Toren Unterschied auf die Mütze bekommen – und das auch zurecht“, bilanziert Franzi Garcia die Partie selbstkritisch. „Wir hatten von Anfang an keinen Zugriff auf den körperlich sehr starken Rückraum von Rödertal und haben uns zudem taktisch nicht an unseren Matchplan gehalten. Dadurch sind wir in der ersten Halbzeit schnell ins Hintertreffen geraten.“
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Elfen phasenweise ein anderes Gesicht. Die Mannschaft versuchte, aktiver zu agieren und nicht mehr ausschließlich auf die Aktionen des Gegners zu reagieren. Dadurch gelangen einige Ballgewinne, zudem konnten die Leverkusener Torhüterinnen wichtige Paraden beisteuern. Den daraus entstehenden Möglichkeiten fehlte allerdings weiterhin die Konsequenz im Abschluss.
„Nach der Halbzeit wurde es punktuell besser. Wir haben versucht, zu agieren und nicht nur zu reagieren, dadurch einige Ballgewinne erzielt und auch gute Paraden unserer Torfrauen gehabt“, erklärt Garcia. „Aber wir konnten uns im Angriff einfach nicht belohnen. Wir hatten viel zu viele freie Würfe und dazu vier verworfene Siebenmeter.“
Rödertal ließ sich von den verbesserten Ansätzen der Elfen nicht aus dem Konzept bringen und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Am Ende stand aus Leverkusener Sicht eine deutliche 22:40-Niederlage.
Für die Elfen gilt es nun, die richtigen Schlüsse aus dem schweren Auftakt zu ziehen. „Wir befinden uns in einem Prozess“, betont Garcia. „Die Spielerinnen müssen aus diesem Spiel lernen. In der zweiten Liga herrschen andere Gesetze, und wir müssen uns eine größere taktische Disziplin erarbeiten.“
Viel Zeit, um über die Niederlage nachzudenken, bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Sonntag wartet mit dem Heimspiel gegen die SG 09 Kirchhof die nächste wichtige Aufgabe. „Jetzt heißt es: Aufstehen, Krone richten und nach vorne schauen“, sagt Garcia. „Kirchhof ist ein ganz wichtiges Spiel. Ich bin überzeugt davon, dass wir es besser können.“